Ein bewährtes Konzept zur Strukturierung von Change ist das 8-Stufen-Modell nach John P. Kotter. Kotter ist Professor an der Harvard Business School und Spezialist für Change-Management und Führung. Er entwickelte das 8-Stufen-Modell, welches eine Orientierung bietet, wie Veränderung systematisch gelingen kann (Einführung in das Change-Modell nach Kotter - Veränderungen führen). Diese 8 Stufen beinhalten:

  1. Dringlichkeit erzeugen – klar machen, warum Veränderung unverzichtbar ist.

  2. Führungskoalition bilden – ein starkes Team von Veränderungswilligen schaffen.

  3. Vision und Strategie entwickeln – das Zielbild formulieren und den Weg skizzieren.

  4. Vision kommunizieren – alle Beteiligten verständlich und regelmäßig informieren.

  5. Handlungsspielräume schaffen – Hindernisse abbauen, Mitarbeiter befähigen, selbst aktiv zu werden.

  6. Kurzfristige Erfolge sichtbar machen – „Quick Wins“ feiern, um Motivation zu stärken.

  7. Veränderung verankern und verstärken – Erfolge ausweiten, das Tempo halten.

  8. Veränderung in der Kultur verankern – neue Werte, Routinen und Arbeitsweisen dauerhaft etablieren.

Praxisbeispiel: Wandel in die Batteriebranche

Stellen Sie sich ein Maschinenbauunternehmen vor, das bisher Teile für Verbrennungsmotoren produziert hat. Durch den gesellschaftlichen und politischen Fokus auf Elektromobilität wird klar: Das bisherige Geschäftsfeld schrumpft, neue Geschäftsfelder entstehen.

  • Phase 1–2: Die Geschäftsführung macht deutlich, warum eine Transformation notwendig ist (Rückgang der Nachfrage, neue Marktchancen). Gemeinsam mit Bereichsleitern wird eine Führungskoalition gebildet, die das Projekt trägt.

  • Phase 3–4: Eine Vision wird entwickelt: „Wir werden in fünf Jahren ein führender Zulieferer von Batteriemodulen in Europa.“ Diese Vision wird regelmäßig auf Betriebsversammlungen und in Abteilungen erläutert.

  • Phase 5: Ingenieur*innen erhalten Weiterbildungen im Bereich Batterietechnologien; Bürokratiehemmnisse in Entwicklungsprojekten werden reduziert.

  • Phase 6: Erste kleine Aufträge im neuen Bereich werden inszeniert und kommuniziert – „Wir haben unser erstes Batteriegehäuse ausgeliefert!“

  • Phase 7–8: Die wachsenden Erfolge führen Schritt für Schritt zur Neuorientierung des gesamten Unternehmens. Mit der Zeit wird Nachhaltigkeit und Elektromobilität Teil der Unternehmensidentität.

Rolle der Führungskräfte

Als Führungskraft reicht es nicht, Entscheidungen nur „von oben“ weiterzugeben. Ihr Auftrag ist es, aktiv zuzuhören, Orientierung zu geben, Unsicherheiten anzusprechen und Mitarbeitende auf dem Weg mitzunehmen. Gerade in Veränderungsprozessen sind Transparenz, Vorbildfunktion und persönliche Präsenz entscheidend.

Zusammengefasst: Veränderung in Organisationen ist kein reines Projekt, sondern ein Weg, den man gemeinsam gestaltet. Mit einem strukturierten Vorgehen – wie dem 8-Stufen-Modell – und einer klaren Rolle der Führungskräfte steigt die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass Wandel nicht zum Risiko, sondern zur Chance wird.

Bildquelle: erstellt mit Microsoft-Copilot am 26.08.2025

Last modified: Tuesday, 28 October 2025, 9:06 AM