Bei der Planung einer Lernfabrik ist ein durchdachtes Sicherheitskonzept sehr wichtig! Dieses muss individuell entwickelt werden und lässt sich nicht pauschal festlegen, deswegen hier eher ein paar Hinweise dazu. Grundsätzlich muss immer überlegt werden, was möglich ist und die Rahmenbedingungen vorgeben. So kann zum Beispiel eine schwere Maschine nur auf einen entsprechenden Boden platziert werden und bspw. Traglasten berechnet werden.
Für das Sicherheitskonzept einer Lernfabrik müssen technische, organisatorische und pädagogische Aspekte zusammengedacht werden, weil hier eine Mischung aus Bildungseinrichtung und

(teilweise) industrieller Umgebung mit Gefahrstoffen und Maschinen entsteht.
Rechtliche und organisatorische Grundlagen
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Relevante Vorschriften sind u.a. Arbeitsschutzgesetz, Arbeitsstättenverordnung mit Technischen Regeln (ASR), DGUV-Regeln, Bauordnung und Brandschutzvorgaben des Bundeslandes.
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Es braucht klare Verantwortlichkeiten (Betreiber*innen, Schulleitung, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragte*r), ein dokumentiertes Sicherheitskonzept sowie regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen für alle Bereiche und Tätigkeiten.
Gebäude, Zutritt und Infrastruktur
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Zutrittskonzept: Wer darf wann in die Lernfabrik (Azubigruppen, Lehrkräfte, externe Gäste), wie wird der Zutritt geregelt (Schlüssel, Karten, Aufsichtspflicht), und wie werden sensible Bereiche (z.B. Batterie-, Chemie-, E-Technik-Zonen) gesichert.
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Flucht- und Rettungswege, Notausgänge, Sicherheitsbeleuchtung, Beschilderung, Panikbeschläge und ggf. Zutrittssteuerung müssen normgerecht geplant und auf die maximale Personenzahl ausgelegt sein.
Arbeits- und Anlagensicherheit in der Lernfabrik
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Maschinensicherheit: Schutzvorrichtungen, Not-Halt, trennende Schutzeinrichtungen, Berührungsschutz, sichere SPS-/Roboterzellen, Prüfungen vor Inbetriebnahme und wiederkehrende Prüfungen nach geltenden Normen.
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Spezifisch für Batterie-/Elektrotechnik: Regelungen zum Arbeiten an elektrischen Anlagen (z.B. 5 Sicherheitsregeln), ESD-Schutz, Umgang mit Lithium-Ionen-Zellen (Kurzschluss, thermisches Durchgehen, Lagerung, Transport, Entsorgung) und geeignete persönliche Schutzausrüstung.
Brand-, Explosions- und Notfallmanagement
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Brand- und Explosionsschutz: Brandlasten, geeignete Löschmittel (z.B. Umgang mit Lithium-Ionen-Bränden), Brandmelde- und Alarmierungseinrichtungen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie Brandschutzabschnitte planen.
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Notfallorganisation: Alarm- und Gefahrenabwehrpläne, Evakuierungsübungen, klare Verhaltensanweisungen für Lehrkräfte und Lernende, Erste-Hilfe-Konzept inklusive ausgebildeter Ersthelfer*innen und Notfallausrüstung.
Pädagogische und verhaltensbezogene Sicherheit
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Sicherheit ist Unterrichtsthema: Einweisungskonzepte, schriftliche Betriebs-/Laborordnungen, Unterweisungen vor jeder praktischen Tätigkeit, dokumentierte Freigaben für Maschinenarbeit, Stufenmodell je nach Kompetenzstand der Lernenden.
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Verhaltensregeln und Prävention: Umgang mit Konflikten, Anti-Gewalt-Ansätze, Regeln zum Aufenthalt in der Lernfabrik (kein unbeaufsichtigter Betrieb, keine privaten Geräte, Verbot von Essen/Trinken in sensiblen Bereichen) sowie Sensibilisierung für unbekannte Personen im Bereich.
Diese Punkte sollten in einem strukturierten Sicherheitskonzept (Gefährdungsbeurteilungen, Maßnahmenplan, Notfall- und Unterweisungskonzepte) zusammengeführt und regelmäßig überprüft bzw. an neue Technik und Erfahrungen angepasst werden.
Ein*e gute*r Ansprechpartner*in hierfür ist zum Beispiel die Berufsgenossenschaft Ihrer Branche oder die baua.
Bild durch Microsoft-CoPilot generiert am 08.12.2025